Hohe Anforderungen an die Spülwasserqualität übertroffen: HOERBIGER installiert neue VACUDEST Clearcat Drucken

 aufstellung newsHOERBIGER Antriebstechnik GmbH setzt auf Kreislaufführung und spart Entsorgungsgebühren.

Die Anforderungen an die Bauteile in der Automobilindustrie werden immer höher – dadurch steigen auch die Anforderungen an die Hersteller und Zulieferer in Punkto Sauberkeit. Um diese zu erhöhen, investierte die HOERBIGER Antriebstechnik GmbH für die Aufbereitung ihrer verbrauchten Spülwässer in eine moderne VACUDEST Vakuumdestillationsanlage mit Clearcat. Sie erfüllt auch die höchsten Anforderungen an die Spülwasserqualität. Die neue Anlage wird die 19 Jahre alte, noch immer zuverlässige VACUDEST ersetzen.

Die HOERBIGER Antriebstechnik GmbH im oberbayerischen Schongau fertigt Synchronisierungen für Getriebe in Fahrzeugen. Bevor die Einzelkomponenten der Synchronisierung in die Weiterverarbeitung gelangen, müssen sie fett- und ölfrei gereinigt und gespült werden. Hier fallen derzeit pro Stunde 80 bis 100 Liter Entfettungs-Spülwässer an, die entsorgt werden müssten. Um die Entsorgungskosten zu reduzieren und Frischwasser zu sparen, verdampfte bisher eine alte VACUDEST aus 1997 die verbrauchten Spülwässer. Das aufbereitete Wasser wurde im Waschprozess wiederverwendet.

Neue Anforderungen

Neue Anforderungen an das Spülwasser machten es nun notwendig, die 19 Jahre alte Anlage zu ersetzen. Die alte VACUDEST bereitete rund 80 Liter Wasser pro Stunde auf. Um den wachsenden Aufträgen und Wassermengen gerecht zu werden, sollte die neue Anlage eine Aufbereitungsleistung von 100 bis 120 Liter pro Stunde haben.

 

alte vacudest kl stapler kl
Die VACUDEST von 1997 lief zuverlässig, konnte aber die neuen, strengeren Anforderungen nicht mehr erfüllen. Komplizierte aber erfolgreiche Einbringung mit dem Stapler in 5 Metern Höhe.

 

Zudem gibt es seit 2016 neue Auflagen hinsichtlich der Qualität des aufbereiteten Wassers. War bisher ein Leitwert von 400 µS/cm im Destillat zulässig für die Wiederverwendung als Waschwasser, fordert HOERBIGER nun einen Leitwert von unter 200 µS/cm. „ Wir waren mit dem Vorgängermodell der VACUDEST und mit dem Service der H2O sehr zufrieden. Darauf möchten wir aufbauen und werden unsere Neuanlage wieder mit H2O konfigurieren “, so Manfred Knittel, Teamleiter in der Instandhaltung der HOERBIGER Antriebstechnik GmbH.

 

Analyse im Anwendungszentrum für abwasserfreie Produktion

Um die gestiegenen Anforderungen an die neue Anlage garantieren zu können, führte das Anwendungszentrum für abwasserfreie Produktion der H2O GmbH zuerst eine Abwasseranalyse durch. Diese beinhaltete neben der Bestimmung der zu erreichenden Werte auch viele weitere Parameter, wie zum Beispiel die Eindampfrate und den Abdampfrückstand. Die Werte konnten den Kunden überzeugen: Der Leitwert des Destillats erreichte dank neuster Technologien weniger als 100 µS/cm. Weit besser als der geforderte Zielwert.

Mit folgenden Modulen wurde die neue VACUDEST S 750 Clearcat für die Firma HOERBIGER ausgestattet:

H2O erfüllte alle Anforderungen an die Technik, die Aufbereitung und die Wiederverwendung des Destillates in der Teilewäsche. Auch die Anforderungen an Schallschutz und Anlagenausführung konnten erfüllt und bestätigt werden.

 

Auszug aus der Prozesswasseranalyse: Der Leitwert im Destillat erreicht 99 µS/cm und liegt dabei weit unter den Anforderungen von 200 µS/cm von HOERBIGERAuszug aus der Prozesswasseranalyse: Der Leitwert im Destillat erreicht 99 µS/cm und liegt dabei weit unter den Anforderungen von 200 µS/cm von HOERBIGER.

 

Kompaktes VACUDEST System

Mitte November 2015 lieferte die H2O GmbH die neue VACUDEST S 750 Clearcat. Bei der von HOERBIGER und H2O überwachten Einbringung der Anlage in fünf Meter Höhe unter engsten Platzbedingungen bemerkte Knittel: „Eine sehr schöne kompakte Anlage!“

Seit Mitte Dezember läuft nun die neue VACUDEST zuverlässig und bietet dank ihrer patentierten Module eine hervorragende Destillatqualität, die alle geforderten Werte einhält.

 

Autor:
Thomas Nadler
Gebietsverkaufsleiter der H2O GmbH

 

Wie funktioniert die Vakuumdestillation?

Vakuumverdampfer basieren auf dem einfachen Prinzip der Stofftrennung nach Siedepunktunterschieden. Das Industrieabwasser wird verdampft. Alle Substanzen die einen höheren Siedepunkt als Wasser haben, verbleiben im Verdampfungsrückstand. Dazu gehören Schwermetalle, Salze, aber auch Öle, Fette oder Tenside. Weil der Wasseranteil verdampft wird, reduziert sich das Volumen des Rückstandes aus der Vakuumdestillation auf 0,5 bis 5 Prozent des ursprünglichen Abwasservolumens. Der aufsteigende Wasserdampf, auch Brüden genannt, ist nahezu frei von Verunreinigungen. Nach der Kondensation kann er als Prozesswasser in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Damit wird die Produktion abwasserfrei.

 

Glasklares Destillat dank Clearcat

Die innovative Clearcat Technologie, basierend auf physikalischen katalytischen Prozessen reduziert den Kohlenwasserstoffindex des Destillats drastisch. Dafür werden keine Verbrauchsmaterialien oder Chemikalien gebraucht, somit ist die Clearcat Technologie extrem wirtschaftlich und wartungsarm. Das Destillat von herkömmlichen Vakuumdestillationsanlagen muss in Aktivkohlefiltern und Membrananlagen oder Koaleszenzabscheidern teuer und wartungsintensiv nachbehandelt werden. Das Destillat von Clearcat Anlagen ist im Gegensatz dazu kristallklar und praktisch ölfrei. Je nach Anforderung kann es direkt eingeleitet oder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.

 

Stabiler pH-Wert dank Destcontrol

Herkömmliche Vakuumdestillationssysteme stellen den pH-Wert vor der Verdampfung ein. Der Nachteil ist, dass bei der Verdampfung Nachreaktionen ausgelöst werden können, die die Destillatqualität verschlechtern. Der Destcontrol pH-Regler kompensiert die Nachreaktionen und erreicht somit ein gleichbleibend gutes Destillatergebnis.