H2O spendet für Kinder in Afrika: „Wir haben viel erreicht!“ Drucken

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Jedes Jahr spenden tausende Deutsche – meistens zu Weihnachten – an Hilfsprojekte in der ganzen Welt. Ein gutes Gefühl. Das finden wir auch. Deshalb spenden auch wir als Unternehmen jedes Jahr an gemeinnützige Organisationen.

Im Jahr 2011 unterstützen wir das Rarieda Hilfsprojekt. Zugunsten der ärmsten Menschen Kenias. Drei Jahre später wollen wir wissen: Was ist mit diesem Geld eigentlich konkret geschehen?

 

Herr Finkler, Sie sind Mitglied im Rotary Club St. Wendel-Stadt und unterstützen tatkräftig das Rarieda Hilfsprojekt. Wie ist die momentane Lage in Kenia?

Michael Finkler: Unser Hilfsgebiet, einer der ärmsten Regionen Kenias und Gesamt-Ostafrikas, liegt in einer ländlichen Region im äußersten Westen, in der Nähe des Victoriasees. Die Bevölkerung ist sehr arm und häufig unterernährt. Wasser wird häufig aus stehenden Gewässern unbehandelt zu sich genommen. Die Gegend ist zudem ein Malaria-Hochrisikogebiet. Viele Menschen und vor allem Kinder leiden darunter. Es kommt zu vielen Sterbefällen durch Malaria. Neben Tuberkulose, Bilharziose und vielen weiten Infektionskrankheiten, ist die Region vor allem durch Aids getroffen. Die HIV Rate ist mit 26 Prozent die höchste im Land.

 

Welche Projekte wurden seit 2011 umgesetzt?

Michael Finkler: Wir haben in den drei Jahren erstaunlich viel erreicht. Das Projekt hat mittlerweile den Ruf eines Leuchtturmprojektes. Da es sich um ein sehr umfangreiches und ganzheitliches Projekt handelt, haben wir vier Teilziele, die in den letzten drei Jahren erreicht wurden:

1. 45 Mitarbeiter, die durch das Projekt finanziert und ausgebildet wurden, kümmern sich um 3.500 Familien mit mehr als 15.000 Menschen. Die Familien werden monatlich besucht und hinsichtlich Gesundheitsprävention, -versorgung, Hygiene und Aufbau der Eigenversorgung unterstützt. Die Infektionsraten und die Kindersterblichkeit sind mittlerweile deutlich gesunken. Die Unterernährung hat sichtbar abgenommen.

2. Wir haben zwei Krankenstationen aufgebaut und die Ausbildung des Personals übernommen. Die Krankenstationen werden von der Bevölkerungen immer besser akzeptiert.

3. Monatlich werden 5.000 Kinder und Jugendlichen in den Schulen medizinisch untersucht und gegebenenfalls behandelt. Ebenso werden sie trainiert in Gesundheitsvorsorge und Aufbau der Eigenversorgung z.B. durch Gartenbau, Tierzucht, Handwerk. Dieses Wissen tragen die Kinder und Jugendliche in ihre Dörfer zurück. Zudem wurde ein Bus finanziert, der die Kinder aus weit entfernten Orten zur Schule bringt.

4. 800 meist sehr bedürftige und frauengeführte Haushalte werden mit Hühnern, Ziegen, Bienenvölker und Pflanzen beliefert, um zukünftig ihren Lebensunterhalt selbst verdienen zu können. Diese Ausbildung zur nachhaltigen Selbstversorgung, die die Familien von uns erhalten, zeigt beeindruckende Erfolge.

 

Wieviel Geld wurde für diese Projekte insgesamt benötigt? 

Michael Finkler: In die erste Phase des Projektes, die Anfang des Jahres endete, wurden ca. 600.000 USD investiert. Aktuell startet die zweite Phase mit einem Volumen von ca. 450.000 USD. Kein Geld geht an öffentliche Einrichtungen, sondern kommt direkt den Bedürftigen und dem Projekt zu Gute. 

 

Sind diese Projekte alle spendenfinanziert?

Michael Finkler: Ja. Neben Rotary International, das ca. die Hälfte des Volumens finanziert, kommen die übrigen Spendengelder von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen.

 

Und nun ganz konkret: Was ist mit unserer Spende genau passiert?

Michael Finkler: Diese Spende hat uns in einer Notsituation sehr geholfen. Um den Zustand der Wasserversorgung zu analysieren, haben zwei Wasserspezialisten aus Deutschland die Infrastruktur im Rahmen eines zweiwöchigen Aufenthaltes genauer begutachtet. Ich selbst war mit vor Ort. Zu unserem Erstaunen erkannten wir bereits nach kurzer Zeit, dass eine vorhandene Chlorpumpe defekt war. Das Wasser aus dem Viktoriasee, das stark kontaminiert ist, wurde der Bevölkerung ungechlort zu Verfügung gestellt. Dies war über Jahre nicht bekannt und hat zu vielen Krankheiten und wahrscheinlich sogar zu Todesfällen beigetragen. Wir konnten mit der Spende ad hoc eine Chlorpumpe inklusive automatischer Dosierung erwerben. Einer unserer Spezialisten hat die Pumpe installiert und das Personal eingewiesen. Nach einigen Monaten wurde die Benutzung nochmals kontrolliert und für gut befunden.  Insofern hat die Spende von H2O einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention der Bevölkerung beigetragen.

 

Dirty Water in Africa

Die Bevölkerung trank bisher stark mit Krankheitserregern verseuchtes Wasser aus stehenden Gewässern.

    

H2O helped with the donation to get clean drinking water

Dank der Installation der neuen Chlorpumpe fließt wieder sauberes Wasser.

 

Was war der schönste Dank, die schönste Reaktion der Menschen vor Ort für Ihre Hilfe in den letzten 3 Jahren?

Michael Finkler: Es gab neben vielen erschütternden und traurigen Erlebnissen auch viele sehr schöne Erlebnisse mit den Menschen vor Ort. Am schönsten ist, dass man Vertrauen in uns gefasst hat. Natürlich sind die sehr persönlichen Begegnungen besonders motivierend. Bei jedem Besuch kümmere ich mich beispielsweise um eine Großmutter. Marie sorgt nach dem Tod der eigenen Kinder alleine für ihre 12 Enkelkinder. Sie selbst ist schwer rheumakrank. Jedes Treffen ist eine große Freude, wenn man sieht, dass genügend Essen und Trinken vorhanden ist, die Kinder zur Schule gehen können und etwas Zuversicht eingekehrt ist.

 

Vielen Dank, Herr Finkler, für das Interview. Wir hoffen, Sie erhalten weiterhin viele Spenden für Ihre Projekte und können auch in Zukunft in Kenia genauso viel bewirken, wie in den vergangenen Jahren.

 

 

Info:

Wer mehr über die Arbeit und die aktuellen Projekte des Rarieda Hilfsprojekts erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.rarieda-kenia.de informieren.

Zudem veranstaltet der Rotary Club ein Benefizkonzert am 31. Oktober in Mannheim. Der international gefeierte Pianist Francesco Attesti spielt zugunsten eines Traktors für Rarieda. Der Traktor wird einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Ernährung der Bevölkerung in Rarieda leisten.